Ein Jahr “info-Argenhof”, ein Résumé, aber kein Ende!

Am 28. März 2007 haben wir diese Info-Seiten ins Netz gestellt.

Dafür waren folgende Gründe maßgebend:

 

  • A) Seit der Durchsuchungsaktion durch die Staatsanwaltschaft Ravensburg am 15.09.05 auf dem Argenhof hätte eigentlich jedem Interessierten, oder Unterstützer dieses „Gnadenhofes“ bewusst seien müssen, dass dort etwas „im Argen“ zu liegen scheint. Spätestens die Presseveröffentlichung der Staatsanwaltschaft im Mai 2006 hätte auch dem letzten Zweifler die Augen öffnen müssen.

Leider war dies über weite Bereiche in der Öffentlichkeit nicht festzustellen.

Wir wollten eine seriöse Basis zur Information bieten, eine Grundlage an Daten und Fakten veröffentlichen, komprimiert an einer Stelle im Netz. Damit wollten wir interessierten Lesern die Möglichkeit geben, sich ein persönliches Urteil bilden zu können.

Auch sollten die involvierten Behörden merken, dass es durchaus Menschen gibt, die das Geschehen um diesen Hof weiterhin im Auge behalten.

 

  • B) Das wichtigste Anliegen für uns war dabei, die absolut nicht artgerechte Hundehaltung in der ehemaligen Reithalle auf dem Argenhof anzuprangern und durch Eingaben an die zuständigen Behörden abzustellen.

 

  • C) Ein „kleiner“ Nebenaspekt dann noch die Verwunderung unsererseits, wie es möglich ist, dass ein gemeinnütziger Tierschutzverein jahrelang nahezu unkontrolliert mit Spenden und Zuwendungen umgehen kann und darüber hinaus noch wesentlich die gewerbliche Aktivitäten seiner Vorsitzenden stützt.

Nun, 1 Jahr später, können wir feststellen:

 

Zu A): Das Informationsvorhaben ist anscheinend gut gelungen, was die vielfältigen Rückmeldungen aufzeigten. Viele ehemaligen Unterstützer des Argenhofes und der Vereinsvorsitzenden sind kritischer geworden, bzw. verwenden ihre Tierschutzzuwendungen mittlerweile an besseren Stellen.

 

Zu B): Die inzwischen durchgeführten Veränderungen auf dem Argenhof hinsichtlich der Hundehaltung erfreuen uns ganz besonders.

  • in der Reithalle gibt es keine Zwingerhunde mehr, die in 2x2m großen Zwingern über jahrelang verdreckten Sandboden, ohne Ausblick nach draußen, vegetieren müssen!
  • die Zahl der Argenhofhunde wurde behördlicherseits begrenzt (jedenfalls solange, wie keine neuen, artgerechten Unterbringungsmöglichkeiten gebaut werden).
  • als kleiner Wehmutstropfen bleibt hier nur der ungewisse Verbleib vieler Hunde.

Seitdem unsere Seite besteht und die Behörden kompromissloser hinsichtlich der bis dahin angeführten „Übergangslösung“ der Tierhaltung (der Übergang dauerte mittlerweile schon mehr als 4 Jahre!) agierten, verschwanden ca. 50 Hunde vom Hof.

Nur ein sehr kleiner Teil auf Familienendstellen, der Rest wurde in Tierheime und auf andere Gnadenhöfe abgegeben. Es verbleibt die Hoffnung, dass es ihnen dort nun nicht nur besser geht, sondern das nun auch aktiv an der Vermittlung der Hunde gearbeitet wird.

reithalle-alt.jpgAugenfällig wird der “Nutzungsunterschied” der Reithalle durch die folgenden Bilder, und diese positive Veränderung allein zählt wirklich:

 

Zuerst hier rechts, der Zustand mit 4 trostlosen Zwingerreihen ohne Blick nach draußen mit insgesamt ca. 40 Einzelzwingern.

Wie wir diesen auch unter dem Punkt Die Halle angeprangert haben.

 

 

 

reithalle-neu.jpg

Nun die selbe Halle 2008!

Rechts der aktuelle Zustand anlässlich eines „Kiss-Seminars“ im Februar 2008.

Interessant wäre der Zustand des Sandbodens. Auf diesem Sand standen über 4 Jahre die Zwinger mit einem Holzboden aus einzelnen Brettern, mit Spalten dazwischen. Der Urin der bis zu (und auch schon mal über) 100 Hunde in dieser Reithalle konnte frei über die Jahre auf den Sandboden gelangen. Ob hier wohl etwas ausgetauscht wurde?

 

 

Wie viele Hunde und andere Tiere,
neben dem privaten “Rudel” der Frau Rohn (also z.B. der Hund Baghira aus unserem “Hundeschicksal” - Bericht, für den zwar Paten und Spenden geworben werden, der aber Frau Rohns Privathund ist),
den selbst gezüchteten Huskymischlingen,
der Eselgruppe des Herrn Tritschler die Frau Rohn vor Vereinsgründung kaufte,
und den ebenso privat von Frau Rohn gekauften Pferden,
nun wirklich noch auf diesem “besonderen Gnadenhof” leben bleibt unklar.

 Zu C): Unsere „Verwunderung“ ist hier geblieben. Nun ja, eigentlich keine Verwunderung mehr, sondern die Erkenntnis, dass das Vereinsrecht, das ja immerhin schon mehr als 100 Jahre existiert, mit den aktuellen „Handhabungen“ nicht ganz Schritt gehalten hat. Insbesondere gilt dies auch für Spenden und deren Verwendungen. Die dafür vorgesehenen Kontrollinstanzen (Finanzämter, Amtsgerichte) sind augenscheinlich hoffnungslos überfordert und können nur stichpunktartig prüfen. Hier ist nach unserer Meinung gerade bei gemeinnützigen Vereinen eine gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung der Mittelverwendungen erforderlich.

Es ist schon bedenklich, dass ein potentieller Spender bei einem Finanzamt aus „steuerrechtlichen Gründen“ nicht einmal die schlichte Auskunft bekommen kann, ob ein Verein wirklich gemeinnützig ist.

Im Fall des Argenhofes, kann man ja beobachten, dass so ein Verein selbst keine Auskunft gibt und augenscheinlich nicht willens oder in der Lage ist, einen gültigen Freistellungsbescheid des Finanzamtes auf der Internetseite zu veröffentlichen.

 

In „Sachen Argenhof, ein Verein als Geschäftsträger für die Vorsitzende“, können wir jedoch erfreut konstatieren, dass zumindest im Internet inzwischen eine Trennung von Gewerbe (Frau Rohn) und Verein (Gnadenhof) stattgefunden hat.

Leider ist unsere heutige Welt sehr schnelllebig, so möchten wir Ihnen hier gerne noch mal in Erinnerung rufen, welche privaten und gewerblichen Aktivitäten Frau Rohn in der Vergangenheit auf Kosten des Vereins getätigt hat. Das Wirken des Vereins und seiner Tiere als Werbeträger für die Geschäfte einer (ohne Tierschutz) völlig unbekannten Frau Rohn, ohne den Hauch einer Ausbildung in irgendeiner Form von Kunst, Hundeausbildung (oder auch nur den gesetzlich vorgeschriebenen §11 Prüfung für Menschen mit Hundehaltung für andere), oder artverwandter Berufszweige.

So sah die Seite vor unserem Start aus, Sie finden den Verein nur am Rande.

Sie wurden empfangen auf dem “Gnadenhof der Frau Rohn” was bereits die erste Unwahrheit ist, denn es ist der Gnadenhof des  Vereins “Gnadenhof - Lebenswürde für Tiere e.V.”, und sofort links oben fing das Geschäft der Frau Rohn mit ihrer DVD an. Für diese besteht eine eigene Firma, natürlich mit Sitz auf dem Argenhof und der Telefonnummer des Vereins und einer Mitarbeiterin des Vereins als Ansprechpartner.

Bild 1

Dann kam die “Künstlerin Christiane Rohn” die weiter unten auch noch ihre “Werke” inclusive Kunstdrucke und Postkarten anbot und verkaufte. Dazwischen das Gewerbe “Dogsense” unter dem Seminare und Vorträge verkauft werden. Aber auch die Ausbildung zu Lizenztrainern, um das Logo “Dogsense” verwenden zu dürfen. Dazu kommen noch die “Dogsene” Hundeprodukte, für die die Vereinsangestellte Andrea Stern, als “Vertriebsleiterin” fungiert.

Dazu kam noch der Shop, dieser wurde aber auch von dem Gewerbebetrieb “Dogsense” betrieben, allerdings mit etlichen Motiven des Vereins.

Screenshot vom 16.0302Nach der Aufdeckung der Studienlüge durch uns, entfiel zuerst die Abteilung der Homepage, die sich mit Christiane Rohn beschäftigt und auch ihr Kunstverkauf war nicht mehr zu finden. Heute werden diese Objekte nur noch in der Schweiz angeboten, aber dort scheint eh ein gutes Pflaster für Frau Rohn zu sein.

Von einer studierten Künstlerin spricht man aber auch dort nicht mehr.

Warum ein Mensch, der sich doch vorgeblich uneigennützig für das Gute einsetzt, sich selbst erhöht, eine Ausbildung erfindet, Käufer der Bilder, Spender, Journalisten und Buchkäufer belügt, bleibt unklar.

Tierschutz, wie jede Aktion die auf Spenden baut, benötigt Vertrauen in die handelnden Personen. Wie soll man jemandem vertrauen, der behauptet er habe studiert, dies jedem Journalisten, im Fernsehen, in seinem eigenen Buch stets angibt, aber dies einfach frei erfunden hat?
Warum nicht einfach die Wahrheit, statt Geschichten von “ich male nachts wenn die Tiere versorgt sind”?
Warum nicht einfach die Sache so schildern wie es ist, also ich habe meine Ausbildung gleich am Anfang abgebrochen, bin ohne Berufsausbildung und arbeitslos, meine Eltern unterstützen mich, dadurch habe ich Zeit für die Tiere?
Jedenfalls war plötzlich (3 Tage nach unserer Veröffentlichung über die Studienlüge) die Seite etwas aufgeräumter:

Screenshot vom 18.0302

Aber das Gewerbe, die ganzen kommerziellen Angebote garantierten weiter den reichlichen Umsatz und über dessen Höhe sollte man sich nicht täuschen. Hatte bereits das Buch einen Gesamtumsatz von 600.000,00 Euro zu verzeichnen, so sind auch die Seminare keine Almosen. Mit einem rechnerischem Seminar-Umsatzvolumen von über 100.000,00 € pro Jahr, ohne Vorträge und Einzelstunden, sind das schon Umsätze, die sich viele Handwerks- und Kleinbetriebe wünschen würden.

Wohlgemerkt, ohne Hundezubehör, DVD, Shop, Kunstverkäufe, und vor allem ohne Spenden und Patenschaften! Einzig Mitgliedsbeiträge kann man hier ausser acht lassen, denn Mitglieder werden nicht aufgenommen, nur Fördermitglieder.

Wir hatten diesbezüglich im April 2007 mehreren Behörden Anzeigen und Anträge eingereicht. Zu Gerichtsverhandlungen ist es nicht gekommen, das Finanzamt bestätigte die Überprüfung und die Kontrolle der Hinweise.

Ganz ohne Wirkung scheint unser Bestreben nicht gewesen zu sein, denn plötzlich änderte sich die Homepage des Verein massiv.

Zum erstenmal seit vielen Jahren ist die Angabe des Gnadenhofes richtig. Man wird begrüsst vom “Gnadenhof Lebenswürde für Tier e.V.. Statt kommerzieller Werbung für die DVD der Rohn/Auer GbR, ist nun die Tiervermittlung links oben. Auch die Produkte der Firma “Dogsene” sind verschwunden, ebenso wie die Seminare und der Shop. Im mittleren Feld wird nun für Paten geworben, statt für Seminare und Einzelstunden.

Das erfreut uns, denn nun wird nicht mehr ganz so offensichtlich ein Tierschutzprojekt benützt um gewerbliche Aktivitäten an den Käufer zu bringen. Denn viele Käufer sind ja davon ausgegangen, dass sie mit dem Kauf eines solchen Produktes das Tierschutzanliegen unterstützt hätten. Aber diese Firmen werden von Frau Rohn betrieben, nicht vom Verein.

Argenhof 13.06.07

Dies ist ein wirklich erfreulicher Fortschritt, der seit Jahren betriebene Betrug der Leser und am Verein interessierten Menschen hat ein Ende. Einzig in einigen Foren versucht die Vertriebsleiterin Frau Stern noch die Leute zu überzeugen, dass von diesen gewerblichen Einnahmen der Verein profitiert. Auf Nachfragen wie denn die Unterstützung der Firmen für den Verein aussieht, ausser das die Gewerbebetriebe auch auf dem Gnadenhof sitzen und alle Einrichtungen des Vereins nutzen, kommt leider keine Antwort.

Eine Verfolgung der fragwürdigen Handlungen der Frau Rohn und ihrer Helfer kann nur durch die zuständigen Behörden geschehen.

Für uns ist damit zunächst das „Kapitel Argenhof“ beendet.

Das wichtigste ist für uns:

Augenscheinlich leben die verbliebenen Hunde nunmehr einigermaßen artgerecht und die Haltung wird vom Veterinäramt (hoffentlich besser und sorgfältiger als in den Jahren seit 2000) kontrolliert.

 

Die noch „offenen Posten“ liegen aus mehreren Gründen nicht mehr in unserer Hand.

Das Thema „Claushof“ hätten wir gerne aufgegriffen und versucht, den Hinterbliebenen vor Gericht etwas Gerechtigkeit zu bringen. Dies ist etwas, was uns auch noch immer belastet und sicher für uns nicht so schnell vergessen sein wird.

Leider hat unser ehemaliger Mitstreiter Hartmut Deckert uns dies aus der Hand genommen, und wie so vieles auf seine Art behandelt. Was so viel bedeutet wie, angefangen und vergessen.

 

Mehr als unsere Anzeige können wir in Sachen der Finanzen und der aus unserer Sicht veruntreuten Spenden und Vorteilsnahme der Frau Rohn nicht tun. Auskünfte dazu werden uns auf Grund der Gesetze nicht mitgeteilt.

 

Die Staatsanwaltschaft hat, nach unserem Empfinden, keine rechte Motivation mehr, wenn man dort den Namen Rohn hört. Dies ist zum Teil nachvollziehbar, zum anderen auch für viele sehr ärgerlich. Denn durch diese, in der Tradition des alten „Ablasshandels“, Einstellung nach $153a, ist das Delikt Tierschutzvergehen praktisch dauerhaft abgegolten und verbüßt.

 

Das zuständige Amtsgericht, ist ein besonderer Fall von gelebter Bürokratie wie wir sie alle kennen.

Einen Familientag wird es wohl auch nicht mehr auf dem Hof geben, auch heute noch verweigert sich Frau Rohn einer Diskussion oder einem schlichten Meinungsaustausch über die Kritikpunkte. Es wird sich eingeigelt und mit allen Mitteln ein offener Kontakt zu den Kritikern verhindert.

 

Was die Fähigkeiten der Frau Rohn als „Hundeflüsterin“ und Seminarleiterin betrifft, sind natürlich erhebliche Zweifel unsererseits geblieben.

Doch hier ist Frau Rohn nicht die einzige die auf dieser Welle schwimmt und mit Fähigkeiten wirbt, die völlig ungeprüft sind. Ändern kann dies nur der Gesetzgeber, in dem hier eine Ausbildung angestrebt wird. Es darf nicht sein, dass wir strenge Gesetze gegen einzelne Hunderassen haben, doch andererseits sich jeder Mensch in Deutschland zum „Hundeflüsterer“ ernennen kann.

Wenn allerdings Hundehalter/-innen der Ansicht sind, dort „den Stein der Weisen“ zu finden (wie z.B. auf einem Vortrag am 25./26.April 2008), so können wir da wohl nur nur ein Zitat von Immanuel Kant anführen:

"Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen."

Die Eigenaussage von Frau Rohn auf ihrer gewerblichen Seite (Zitat)

„Aufgrund der Vielfalt von Erfahrungen, auch in Hundeausbildung, -sport und -therapie, gibt Christiane Rohn Seminare und Vorträge im In- und Ausland über unterschiedlichste Thematiken. Ebenso verfasst sie Bücher und Filme über ihre Arbeit mit Tieren.“

ist schon etwas „starker Tobak“. Allein die Pluralform „Bücher/Filme“ gaukelt hier etwas vor, was nicht ist. Von fundierten Erfahrungen bei Hundeausbildung ganz zu schweigen.

Der Absatz (Zitat)

„Besonders auch die sinnvollen Beschäftigungsmöglichkeiten für Mensch und Hund liegen ihr sehr am Herzen, denn Langeweile und Unterforderung bedeuten für viele Hunde die Ursache für Frustration, Stress und auch die Suche nach selbstbelohnenden Aktionen.“

kann einem nur die Tränen in die Augen treiben, wenn man an die vielen Hunde denkt, die in der Vergangenheit bis hin zum Zwingerkoller ihr Leben in der Hundehaltung unter der Obhut und in Verantwortung der Frau Rohn fristen mussten

Ärgerlich und wirklich eine schlechte Entwicklung ist für uns die Herausgabe der 3. Auflage des Märchenbuches aus dem ComArt Verlag. Dies wird wieder unwissende Interessenten in die Arme der Frau Rohn treiben.

 

Damit möchten wir uns zunächst nach ca. 20.000 Besuchern auf unserer Seite verabschieden. Doch schauen Sie gelegentlich einmal wieder vorbei. Eventuell gibt es ja doch noch die eine oder andere Neuigkeit vom „idyllisch gelegenen Hof jenseits der Arge“.

Wir werden diesen weiter beobachten und versuchen Auswüchse zu unterbinden, oder zumindest öffentlich zu machen.

Dies gilt auch für den komplexen Gewerbebetrieb der in der Schweiz entstanden ist.

 

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